Denken - keine Ketten mehr...?
Natürlich gibt es Kausalketten - ein fallender Dominostein wird den nächsten umstoßen und so weiter. ABER: In vielen Bereichen sind diese scheinbar linearen Ketten mit anderen vernetzt. Ein gutes Zeugnis führt nicht automatisch zu einer Lehrstelle, andere Einflussfaktoren wie persönliches Auftreten oder gar die Stimmung beim Bewerbungsgespräch wirken auf die Entscheidungen ein. Selbst die Entscheidung für einen
Urlaubsort ist von verschiedenen aufeinander und miteinander wirkenden Faktoren abhängig - eigene Wünsche, Vorstellungen von Mitreisenden, Budget, Zeitpunkt usw.
Noch komplexer sind die Zusammenhänge wenn es um die Entwicklung des Klimas oder der Weltwirtschaft geht. Erst wenn man die Einflussgrößen, ihre Wirksamkeit und die gegenseitigen Abhängigkeiten betrachtet, vernetzt oder kybernetisch denkt, kann man das System wirklich verstehen. Dies lässt sich trainieren. In der Simulation ecopolicy muss man das Gesamtsystem - den Staat - u.a. so steuern, dass Bereichen, auf die man keinen direkten Einfluss hat, ins Gleichgewicht kommen.
Es geht also darum, sich von Denk-Ketten zu lösen, vernetzt zu denken. Pathetisch gesagt: Die Ketten aus Denkketten müssen gesprengt werden ;-)
Vernetztes oder kybernetisches Denken
Erst als die heutige Elterngeneration geboren wurde, wurden Begriffe wie "Umweltschutz" oder "Ökosystem" Gemeingut. Besonders
Prof. Frederic Vester trug dazu bei, dass umfassendere Wirkungen in komplexeren Zusammenhängen betrachtet wurden. Er prägte wesentlich den Begriff des kybernetischen Denkens. Sein Spiel "Ökolopoly", das später zur digitalen Version "ecopolicy" weiterentwickelt wurde, sollte unter anderem seine Studierenden herausfordern und für das Denken in Systemen schulen.
Es entstand so eine neue Sicht auf menschliches Handeln: Es ging beispielsweise nicht mehr um die "Nutzung von Ressourcen" oder die "Inwertsetzung von Räumen", sondern Folgen und Rückwirkungen der
Aktivitäten der Gesellschaft wurden in Betracht gezogen. Es wurde deutlich, dass unsere Umwelt wie ein Mobile reagiert - greift man an einer Stelle ein, kommt das Ganze in Bewegung und dabei entstehen nicht nur die erwünschten Effekte. Auf dieser Erkenntnis beruht das Postulat nachhaltigen Handelns, das die Agenda 21 der Vereinten Nationen prägt.
Das Logo der ecopolicyade greift dies äußerlich mit dem Netzwerk auf - zentral ist aber die Vermittlung der entsprechenden Inhalte. Wie
Prof. Fredmund Malik äußerte: "Miit der ecopolicyade ist eine neue Generation von Systemdenkern entstanden."





