Worum geht es überhaupt?
ecopolicy® ist eine rundenbasierte Simulation, die auf der statistischen Auswertung realer Daten zu Wirtschaft und Gesellschaft verschiedener Länder beruht.
Prof. Frederic Vester entwickelte ecopolicy bzw. den Vorgänger, Ökolopoly®, für die Ausbildung seiner Studierenden. Als Systemforscher/Kybernetiker schuf er damit ein Medium, mit dem man sich dem systemischen Denken nähern konnte und gleichzeitig ein Verständnis für ökonomisch und ökologisch nachhaltiges Wirtschaften aufbauen konnte. Seine langjährige Mitarbeiterin, Dipl.geol. Gabriele Harrer, arbeitet übrigens nun bei Malik Management und trägt dazu bei, Prof. Vesters Ansatz fortzuführen und zu verbreiten.
In der Umsetzung als PC-Spiel, bei dem die einfache grafische Oberfläche täuscht, gilt es ein komplexes System, nämlich einen Staat, zu beherrschen. Die Spielerinnen und Spieler können in drei verschiedenen fiktiven Ländern ihr Können unter Beweis stellen: dem Industrieland Kybernetien, dem Schwellenland Kybinnien und dem Entwicklungsland Kyborien.
Von den acht Wirkungsbereichen, die aufeinander mit teils komplizierten Wechselwirkungen reagieren, lassen sich nur vier direkt beeinflussen, es sollen aber alle acht in den tiefgrünen Bereich gebracht werden, damit das Land in den "Paradieszustand" geführt wird. Es kommt also darauf an, die verschiedenen Wirkungsnetze bzw. -ketten zu beachten und alle Faktoren ins Gleichgewicht zu bringen - sonst ist beispielsweise trotz guter Wirtschaftslage schnell ein "Staatsstreich" da, weil die Umwelt zu kollabieren droht.
Wirkungsbereiche in den Staaten
- Politik
- Sanierung direkt beeinflussbar
- Produktion direkt beeinflussbar
- Umwelt
- Aufklärung direkt beeinflussbar
- Lebensqualität direkt beeinflussbar
- Bevölkerungswachstum
- Bevölkerung
Die Bereiche wirken sich aufeinander mit nicht-linearen Verknüpfungen aus.
Ein Beispiel? Ein extrem geringer Aufklärungswert im Industrieland die Lebensqualität und steigert gleichzeitig die Vermehrungsrate (Allerdings senkt eine sehr geringe Lebensqualität diese wieder ein bisschen, ebenso wie eine sehr hohe. Ist die Lebensqualität im mittleren Bereich, steigert sie dagegen die Vermehrungsrate.) Die Vermehrungsrate wiederum lässt die Bevölkerungszahl ansteigen, was sich bei zu hohen Werten wieder negativ auf die Lebensqualität auswirkt, die ihrerseits negativ auf die Politik wirkt. Dadurch stehen, aufgrund der schlechten Werte in Lebensqualität und Politik, möglicherweise in der nächsten Runde weniger Aktionspunkte zur Verfügung, allerdings erhöht die hohe Bevölkerungszahl diesen Wert ein bisschen. Sollte die Aufklärung dagegen im Mittelbereich liegen, steigert sie die Lebensqualität und die Vermehrungsrate. Erst im grünen Bereich sorgt sie für ein Einpendeln des Zuwachses auf ein mittleres Niveau und steigert mit höheren Werten die Lebensqualität auch immer weiter.
Schwierigkeiten, das zu verstehen? Das kann einerseits am Text liegen, andererseits an den systemischen Zusammenhängen bzw. daran, dass wir meist nicht gewöhnt sind, systemisch zu denken - genau das kann man mit ecopolicy üben. Alle nötigen Informationen sind in Text- und Diagrammform in der Software enthalten.
Aus den Bereichen Politik, Produktion, Lebensqualität und Bevölkerung errechnen sich die Aktionspunkte für die jeweils nächste Runde bzw. das Budget für das nächste Haushaltsjahr.
Wer zukunftsorientiert mit dem Blick auf ein ökologisch-ökonomisches Gleichgewicht regiert, hält die 12 Jahre durch, auf die das Spiel angelegt ist. Bei wirklich guten Entscheidungen in allen Phasen der Simulation kommt man mit mindestens 80 Punkten in den Paradieszustand.
Neue Herausforderungen durch unterschiedliche Länder und Ereigniskarten
Die Startwerte (die sich, nachdem man alle Länder einmal zum Pardieszustand geführt hat, ändern lassen) sind von Land zu Land unterschiedlich, ebenso unterscheiden sich die Wirkungen. Um beim obigen Beispiel zu bleiben: Im Entwicklungsland wirken sich Aufklärungs-Werte im mittleren Bereich extrem negativ auf die Lebensqualität aus, was mit der Ablehnung und dem Kampf gegen Missionierung erklärt wird.
Innerhalb eines Landes kann man sich, durch Aktivierung von Ereigniskarten ("Good News" und "Bad News"), die negative oder positive Wirkung auf den Zustand einzelner oder mehrerer Bereiche haben, neuen Herausforderungen stellen.
Und woran lag es, wenn es nicht so rund lief?
Musterlösungen nachvollziehen bringt wenig, aber oft hilft es, den eigenen Weg nachzuvollziehen. Dafür können sowohl der Protokollbogen (-> Download) als auch die ausgedruckte (!) Bilanz sehr hilfreich sein - noch besser ist es vielleicht, mit anderen über den eigenen Weg zu reden und gemeinsam neue Ansätze zu finden...





